Jan Schaumann

Frage: Guten Tag Herr Schaumann!
Antwort: Guten Tag Frau Blum. Schön dass Sie da sind!

Wie geht es Ihnen gerade?
Es ist Sommer, wir sitzen im Biergarten, mir geht es gut, ich fühle mich wunderbar. (Lacht)

In welchen Situationen geht es Ihnen besonders gut?
(Überlegt) Ich bin normaler Weise lieber in der fragenden Rolle.

Bedeutet dies, dass Sie sich jetzt gerade doch nicht besonders wohlfühlen?
Ich fühle mich dann besonders wohl, wenn mein Leben im Gleichgewicht ist und interessante Herausforderungen auf mich warten.

Was sind interessante Herausforderungen für Sie?
Zum Beispiel neue Projekte, ein neues Buch, das ich schreibe. Manchmal auch neue Lebensabschnitte.

In welchem Lebensabschnitt möchten Sie am liebsten leben?
Immer in dem aktuellen. Ich bin weder ein Vergangenheitsromantiker noch ein Zukunftsträumer.

Bedeutet dies, dass Sie keine Visionen haben?
Natürlich habe ich Visionen. Ein Mensch, der keine Visionen hat, entbehrt in meinen Augen etwas.

Was genau?
Für mich haben Visionen immer etwas Richtungsweisendes für einen selbst. Unabhängig davon, ob die Vision irgendwann zum konkreten Ziel wird oder eine Vision bleibt.

Welche Ziele verfolgen Sie aktuell?
Die Fertigstellung meines nächsten Buches und endlich wieder mehr Sport treiben.

Gibt es schon einen Buchtitel?
Ja.

Möchten Sie mir ihn verraten?
Nein, es ist erst der Arbeitstitel.

Schade. Welche Geheimnisse haben Sie noch?
Jeder Mensch sollte Geheimnisse haben. Ein kleines Geheimnis ist der Maggi®-Würfel in der Suppe des Lebens. Und meinen Maggi®-Würfel teile ich nicht. Auch nicht mit Ihnen, tut mir leid.

Wenn ich die gute Fee wäre und Ihnen einen Wunsch gewährte, was wünschen Sie sich?
Wirklich nur einen Wunsch?

Na gut, drei, weil Sie’s sind.
Dass jeder jeden Menschen als gleichwertig betrachtet. Dass jeder Mensch den Mut und die Möglichkeit hat, sich seines Verstandes zu bedienen. Und die Abschaffung des Privatfernsehens. Wobei der dritte Wunsch schwer erfüllbar erscheint. Leider.

Wie sehen Sie sich mit 80 Jahren?
Realistisch oder visionär?

Wo ist der Unterschied?
Am liebsten an einem Tisch im Garten in der Nähe des Meeres, schreibend.

Was macht Ihnen an Ihrer Arbeit am meisten Spaß?
Auch wenn es abgegriffen klingt, ich liebe es leidenschaftlich, und damit meine ich tatsächlich von ganzem Herzen, mit Menschen zu arbeiten, sie zum Lachen zu bringen und ihnen dabei „heimlich“ einen Mehrwert zu bieten.

Wie würden Sie Ihre Rolle in Ihrem Beruf beschreiben?
Ich bin Anstifter, Pferdestehler und Mitnehmer.

Beschreiben Sie eine Schlüsselsituation, in der Sie eine prägende Erkenntnis gewonnen haben.
Mir wurde einmal empfohlen, im Seminar anders zu agieren. Weniger „flapsig“ und ernsthafter. Das war nicht authentisch und wurde schnell durch die Teilnehmer schnell enttarnt. Außerdem habe ich mich damit total unwohl gefühlt. Mein berufliches Credo, dass ich auch allen Teilnehmern mitgebe, lautet: „Sei immer Du selbst“, denn wer immer ehrlich ist, muss kein gutes Gedächtnis haben.

Wie sind Sie zu Ihrem Beruf gekommen?
Kommunikation war schon immer mein Steckenpferd. Ich war derjenige, der in der Uni die Abschlussrede halten sollte, ich habe im Job –ich komme ursprünglich aus der Telekommunikationsbranche- als einziger leidenschaftlich gern Präsentationen gehalten und so weiter. Deswegen habe ich aus der Berufung einen Beruf gemacht. Mit einer soliden Ausbildung als Berater, Trainer und Coach als Fundament. Unterweges seit über 10 Jahren mit stetig wachsender Begeisterung und Leidenschaft. (Pause) Das ist tatsächlich so.

Welche Werte sind sind für Sie wichtig?
Ehrlichkeit, Vertrauen, Loyalität und Respekt.

Welches ist das beste Lied der Welt?
Auch wenn Ihre Generation das nur von der Konserve kennt: Billie Jean. Und das nicht nur, weil ich Michael Jackson weiland live vor dem Berliner Reichstag gesehen habe. Es ist für mich einfach die Mutter aller Lieder. Außerdem mag ich Beethovens neunte Sinfonie, gesungen als „Freude, schöner Götterfunken“. Das ist für mich Europa.

Welche Frage möchten Sie gerne noch gestellt bekommen und beantworten?
Darf ich Sie wieder interviewen?

Darf ich?
Es wäre mir ein Vergnügen, ich freue mich jetzt schon darauf!

Herr Schaumann, vielen Dank für dieses Gespräch.

Das Interview führte Louise Blum.